Einsatzgebiete von “Fettabscheidern”

Vor allem in Gaststätten, Hotels und lebensmittelverarbeitenden Unternehmen gelangen Öle und Fette in das Abwasser. Wird dieses ölhaltige Abwasser ungereinigt in die Kanalisation eingeleitet, lagern sich Fette und Lebensmittelrückstände in den Entwässerungsleitungen ab. Das führt dazu, dass Abwasserrohre schnell verstopfen, die Korrosion beschleunigt, sich unangemessene Gerüche bilden und der Betrieb der Kläranlagen vermindert wird. Daher müssen Unternehmen, in denen fetthaltiges Abwasser produziert wird, Fettabscheider einbauen und das Abwasser vorbehandeln, bevor es die Kanalisation erreichen kann.

Friteuse in der Gastronomie

Über einen gesonderten Zulauf wird fett- und ölhaltiges Abwasser in die Abscheideranlage eingeleitet. Dabei verringert eine integrierte Prallplatte die Strömungsgeschwindigkeit und sorgt dafür, dass der sogenannte Fettabscheideraum gleichförmig angeströmt wird. Dort sinken schwere Stoffe im Abwasser auf den Boden und sammeln sich in dem Schlammfang. Bedingt durch die niedrigere Dichte gegenüber Wasser steigen Öle und Fette in dem Abscheider nach oben und setzen sich als Fettschicht zwischen den Zu- und Auslaufeinbauten ab. Das weitestgehend gereinigte Abwasser wird im Anschluss durch einen Auslauf abgeleitet.
Die Funktionsweise von Fettabscheidern beruht auf dem Schwerkraftprinzip. Wegen des Dichteunterschieds zwischen Wasser, Öl und Schmutzpartikeln trennen sich die unterschiedlichen Stoffe im Abscheidebehälter von selbst.

Ein solcher Abscheider muss gemäß Vorschrift dann verwendet werden, wenn ein lebensmittelverarbeitendes, gastronomisches oder ähnliches Gewerbe betrieben wird, in welchem fetthaltiges Abwasser anfällt. Wird das Abwasser nicht getrennt, entstehen übel riechende und hartnäckige Ablagerungen im Kanalisationssystem, die sehr schwierig zu beseitigen sind. In solchem Fall müssen die Unternehmer neben einem Bußgeld auch mit wirtschaftlichen Schäden durch Korrosion, Rohrverstopfung und Funktionsstörungen der Kläranlagen rechnen.

Die im Abscheider zurückgehaltenen Öle, Fette und Schmutzpartikel müssen in regelmäßigen Abständen entsorgt werden. Dafür wird der Abscheidebehälter geleert und im Anschluss wieder mit Frischwasser gefüllt. In aller Regel erfolgt eine Entsorgung durch ein spezielles Entsorgungsfahrzeug. Allerdings gibt es bei der Entsorgung des Inhalts viele weitere Faktoren, die beachtet werden müssen.

Insgesamt kann sich der Fettabscheider als großer Tank vorgestellt werden. Wird das verschmutzte Wasser eingeleitet, dann sinken die schweren Bestandteile durch die niedrige Fließgeschwindigkeit auf den Boden. Dies ist der sogenannte Schlammfang.
Leichtere Bestandteile, vor allem Fette und Öle, steigen in dem Abscheider nach oben. Zumeist werden diese im Fettabscheider in einen geeigneten Speicher gesammelt. Der Fettabscheiderinhalt wird danach fachgerecht entsorgt. Das hierunter liegende Abwasser wird durch einen dafür vorgesehenen Ablauf in den örtlichen Abwasserkreislauf eingeleitet.
Öle und Fette im Abwasser gelten als Störstoffe. Diese können in der Kanalisation verklumpen und hierdurch große Schäden anrichten. Genauso führen diese Störstoffe dazu, dass die verantwortlichen Klärwerke nicht problemlos arbeiten. Dies sind gute Gründe, welche den Gesetzgeber schon vor langer Zeit dazu gebracht hatten, in bestimmten Bereichen den Einsatz der Abscheider verbindlich vorzuschreiben. In den Vorschriften wie der DIN 4040-100 und der DIN EN 1825, ist in Deutschland rechtmäßig geregelt, welchen Anforderungen der Abscheider gerecht werden soll. Die Betreiber von gewerblichen Lebensmittelausgaben und industrieller Nahrungsmittelverarbeitungen sind zum Einbau einer solchen Anlage verpflichtet. In aller Regel stellt eine Anschaffung für das Unternehmen eine große Investition dar, weswegen vorher eine individuelle Beratung stattfinden muss.
Ein bedeutendes Merkmal des Fettabscheiders ist die Größe, die auch als Nenngröße bezeichnet wird. Die Größe muss in Bezug auf das Abwasser optimal ausgewählt werden.